Gefahren in fließenden Gewässern

Da sich die Zahl der Todesfälle in Flüssen und Bächen auf einem gleichbleibend hohen Niveau von mehr als 200 Personen im Jahr bewegt, ist davon auszugehen, dass das Gefahrenpotenzial der Flüsse über dem anderer Gewässertypen liegt und wahrscheinlich auch nicht wesentlich vom Wetter beeinflusst wird.

Damit ist das Risikopotenzial aber nur unzureichend beschrieben. Die Dunkelziffer der Unfälle, die glimpflich ausgehen, sei es, dass sich das Opfer aus eigener Kraft noch an das Ufer retten kann oder dass zufällig anwesende Personen schnelle Hilfe leisten, dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

Diese Glücklichen tauchen aber in keiner Statistik auf.

Die Bandbreite der Gefahren, die in den natürlichen Gewässern lauern, ist vielfältig. Jedes fließende Gewässer hat besondere Charakteristika: einige Gefahren sind erkennbar, andere aber nicht. Besonders diese zweite Gefahrengruppe macht für Schwimmer wie auch für Wassersportler Risiken nicht selten unkalkulierbar. Jeder, der in einem fließenden Gewässer schwimmen möchte oder Abkühlung sucht, muss sich der Gefahren bewusst sein und entsprechend vorbeugen.

Aus der Erkenntnis, dass das Baden in Flüssen in den letzten Jahren wieder beliebter geworden ist, hat die DLRG allgemeine Sicherheitshinweise für das Baden in Flüssen erarbeitet, die unbedingt beachtet werden sollten.

Tipps, die Leben retten können

  • Jeder Schwimmer sollte sich vor dem Bad in einem fließenden Gewässer bei Ortskundigen über mögliche Gefahren, wie Strömungen, Wassertiefe, Brücken und Schiffsverkehr, informieren.
  • In Bächen und Flüssen gibt es starke, oft unerwartete Strömungen und überraschende Untiefen. Schwimmen Sie daher in Flüssen nur, wenn Sie fit sind und über gute Kondition verfügen. überschätzen Sie nicht Ihre eigene Leistungsfähigkeit.
  • Gehen Sie stets vorsichtig ins Wasser. Ein waghalsiger Sprung führt leicht zu schmerzhaften Verletzungen. Benutzen Sie nur frei zugängliche und gut einsehbare Stellen. Meiden Sie steinige und bewachsene Uferzonen.
  • Legen Sie schon vor dem Gang ins Wasser den Ort fest, wo Sie das Wasser wieder problemlos verlassen können. Berücksichtigen Sie dabei die Strömung. Machen Sie keine Extratouren. Wenn Sie alleine baden, kann Ihnen bei einem Unfall niemand helfen oder Hilfe holen.
  • Vorsicht bei Brückenpfeilern: Die unter Wasser befindlichen Sockel sind gefährliche Hindernisse. Sie verändern die Strömungsverhältnisse (Sogwirkung). Gleiches gilt für Bunenfelder. Umschwimmen Sie diese Bereiche weiträumig.
  • Halten Sie unbedingt großen Abstand zu Häfen, Wehren, Schleusen (alle mindestens 100 m), Industrieanlagen, Spundwänden und Fahrrinnen der Schiffe.
  • Achten Sie beim Schwimmen sorgfältig auf Treibgut und Unterwasserhindernisse wie beispielsweise illegal entsorgte Fahrräder etc.
  • Bei einem Sturz oder ersten Anzeichen von Erschöpfung gilt grundsätzlich: Schwimmen Sie sofort mit der Strömung (nie dagegen) ans Ufer. Sandbänke und Flachwasserbereiche sind bei Erschöpfung wichtige Zufluchtsstätten.
  • Beachten Sie: Die Gezeitenströmung verstärkt zum Teil die normale Flussströmung erheblich. Insbesondere in der Unterweser ist dies zu beachten.
  • Bleiben Sie nicht zu lange im Wasser. Flüsse erwärmen sich nicht so stark wie Wasser in Seen und Bädern. Es besteht die Gefahr der Unterkühlung.
  • Aufblasbare Wassertiere, Reifen und Wasserbälle sind Spielzeug und keine Hilfsmittel zum Baden und Schwimmen. Besonders Luftmatratzen verleiten dazu, sich unkontrolliert treiben zu lassen. Diese Gegenstände haben in fließenden Gewässern nichts zu suchen.
  • Trinken Sie vor dem Baden keinen Alkohol und vermeiden Sie ein Bad unmittelbar nach einer Mahlzeit.

Falls doch Hilfe nötig wird:

NOTRUF 112